Oum

Morocco
„Rhythmisches Feuer, Stimmgewalt, melodische Kraft sowie die vielfältigen musikalischen Wurzeln, die immer wieder durchschlagen, entstammen ganz klar orientalischen Zusammenhängen, schlagen jedoch einen weit greifenden Brückenbogen in Richtung Okzident. “
Jazzthetik

Artist information

Die faszinierende marokkanische Sängerin Oum El Ghait Benessahraoui scheint vollkommen im Jetzt angekommen zu sein – ohne dabei die Vergangenheit zu vergessen. Die 1978 in Casablanca geborene marokkanische Künstlerin, Sängerin und Songwriterin verfügt über eine äußerst starke, verführerische Stimme, die sich durch die Kombination verschiedener Musikgenres durch Originalität auszeichnet. Bei Oum mischen sich traditionell Arabisches und Musik der West- Sahara diskret mit Soul, Jazz und elektronischen Klängen. Das ist atmosphärisch und tanzbar, dynamisch und unendlich aktuell. Oum`s Arbeit ist absolut ehrlich, berührend und voller sozialem Engagement. In den Texten geht die Künstlerin auf relevante Themen ein. Die Songs sind voller Sinnlichkeit und einer Art Spiritualität. In ihnen finden wir Inspiration aus Jazz, Soul, Gospel und afrikanischer Musik, traditioneller marokkanischer Musik und den Rhythmen von Gnawa und Hassani, dank derer die Künstlerin eine Botschafterin der marokkanischen Kultur wurde und die marokkanische Diva genannt wird.

Damit verzauberte sie bereits seit 2015 das Publikum in Konzertsälen und Festivals hierzulande wie dem Konzerthaus Wien, Philharmonie Köln, Palmengarten Frankfurt, Bardentreffen Nürnberg u.v.m.

Nach „Soul of Morocco“ 2013 und „Zarabi“ 2015 veröffentlicht Oum mit ihrem dritten Album „DABA“ einen neuen Meilenstein. Zusammen mit der palästinischen Poetin, Sängerin und Oud-Spielerin Kamily Jurban, der sie die künstlerische Leitung anvertraute, reiste sie mit ihren Musikern nach Berlin, um dort ein Album aufzunehmen, das sowohl atmosphärisch als auch tanzbar ist. Der Albumtitel „Daba“ bedeutet so viel wie „jetzt“ auf Marokkanisch. Waren ihre Vorgängeralben „Soul of Morroco“ und „Zarabi“ auf einen Raum oder einen geographischen Ort festlegt – Nordafrika, die Wüste oder Marokko –, so ist dieses Mal der Bezugspunkt das Hier und Jetzt. Die Arrangements auf „DABA“ sind weitestgehend akustisch, aber zum ersten Mal verzieren auch elektronische Sounds ihre Songs, welche ein Echo der Texte, die sich um aktuelle Probleme drehen, wirken. So singt sie von Umweltzerstörung, dem Schicksal der Flüchtlinge, dem gesellschaftlichen Stand der Frauen sowie der Notwendigkeit, voll und ganz in der Gegenward zu leben. Auf Daba wird Oum von Yacir Rami (Oud), Damian Nueva (Bass), Camille Passeri (Trompete), Carlos Mejias (Saxophon und Sound Design) und Amar Chaoui (Percussion) begleitet.

Oum ist im weltoffenen Marrakesch gross geworden. Dort sammelte sie erste musikalische Erfahrungen in einem Gospelchor, der von einem Afroamerikaner jamaikanischer Herkunft geleitet wurde. Sie sang jamaikanische Lieder und traditionelle amerikanische Gospelsongs.

Kampf gegen Klischees

Fünf Jahre lang studierte sie Architektur, machte aber die Abschlussprüfungen nicht. Nicht, weil sie Angst davor hatte, sondern zu diesem Zeitpunkt ihr Entschluss feststand: Sie wollte professionelle Musikerin werden. Die Fragen «Schön, dass du singst, aber was ist eigentlich dein richtiger Beruf?» ihrer Bekannten und Freunde mochte sie nicht mehr hören. Oum wollte allen laut verkünden: «Ich bin Sängerin und das ist mein Beruf!»

Oum gibt sich kämpferisch. Den Klischees, die marokkanische Frauen auf einen Schleier, Araber auf Gotteskämpfer reduzieren, muss sie unbedingt etwas entgegensetzen: «Die Realität verbirgt sich oft hinter einem Schleier, hinter einer Hautfarbe oder einer Religion. Es ist wichtig, jeder Person die Chance zu geben, sich selbst zu definieren. Es ist einfach, mit dem Finger auf Leute zu zeigen und sie als Islamisten oder arabische Terroristen zu bezeichnen. Da muss ich auf jeden Fall einschreiten.»

Die Marokkaner sind stolz auf Oum. Viele Generationen können sich mit mir identifizieren. Ganze Familien kommen zu ihren Konzerten. «Die verschleierte Mama singt auswendig meine erotischen Lieder zusammen mit ihrem 13-jährigen Sohn, der ein grosser Fan von mir ist», erklärt sie. Ihre Musik macht keinen Halt vor Kulturzugehörigkeit, Alter oder Konfession.

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