Oum

Morocco
„Rhythmisches Feuer, Stimmgewalt, melodische Kraft sowie die vielfältigen musikalischen Wurzeln, die immer wieder durchschlagen, entstammen ganz klar orientalischen Zusammenhängen, schlagen jedoch einen weit greifenden Brückenbogen in Richtung Okzident. “
Jazzthetik

Artist information

NEWS! 20.02.2026 VÖ. neues Album Dialddar („hausgemacht“) - beinhaltet 10 originale noch nie gehörte Stücke.

Aufgewachsen im kosmopolitischen Marrakesch, sammelte Oum ihre ersten musikalischen Erfahrungungen in einem Gospel Chor, welcher von einem Afroamerikaner jamaikanischer Abstammung geleitet wurde. Seit dem Release ihres ersten Albums "Soul Of Morocco" hat sie eine beachtliche Karriere hinter sich gebracht.

Ihre Einflüsse holt Oum aus den verschiedenen oralen und rythmischen Traditionen Nordafrikas und der Sahelzone. Ihre Komposition AWAN enstand aus Inspiration durch die Poesie der Nomanden des Maghrebs, A.B. ist eine Hommage an ihren Vater und an die rituelle Musik Marrakeschs und MNINE zieht Inspirationen aus Aïta der populären traditionellen marokkanischen Gesangstradtion.

Als engagierte Künstlerin steht Oum für Freiheit, die Rechte von Frauen und Minderheiten sowie für eine ökologische und humanistische Vision der Welt. Als UNAIDS-Botschafterin macht sie ihre Kunst zu einem Raum des Widerstands und des Teilens, in dem sich Spiritualität und Poesie als Lebenskräfte erheben.

Auf der Bühne wird Dialddar zu einem immersiven, choralen Erlebnis. Oum wird von einem multinationalen, überwiegend weiblichen Ensemble begleitet, in dem sich Stimmen und Percussion in einem organischen Dialog verweben. An ihrer Seite fügt die Oud von Yacir Rami, Oums langjährigem musikalischen Weggefährten, ihre raffinierte, minimalistische Note hinzu – wie ein goldener Faden, der sich durch das rohe und zugleich anspruchsvolle Gewebe des Dialddar-Sounds zieht. Im Zentrum dieser Performance steht die Dreiecksbeziehung Frau – Percussion – Stimme: ein Raum, in dem sich feminine Energie als universelle schöpferische Kraft behauptet.

Mit Dialddar setzt Oum ihre Suche nach einer universellen Musik fort, verwurzelt und doch visionär, die das Intime mit dem Kollektiven verbindet und uns dazu einlädt, sensibler auf die Welt zu hören.

Nach „Soul of Morocco“ 2013 und „Zarabi“ 2015 veröffentlicht Oum mit ihrem dritten Album „DABA“ einen neuen Meilenstein. Zusammen mit der palästinischen Poetin, Sängerin und Oud-Spielerin Kamily Jurban, der sie die künstlerische Leitung anvertraute, reiste sie mit ihren Musikern nach Berlin, um dort ein Album aufzunehmen, das sowohl atmosphärisch als auch tanzbar ist. Der Albumtitel „Daba“ bedeutet so viel wie „jetzt“ auf Marokkanisch. Waren ihre Vorgängeralben „Soul of Morroco“ und „Zarabi“ auf einen Raum oder einen geographischen Ort festlegt – Nordafrika, die Wüste oder Marokko –, so ist dieses Mal der Bezugspunkt das Hier und Jetzt. Die Arrangements auf „DABA“ sind weitestgehend akustisch, aber zum ersten Mal verzieren auch elektronische Sounds ihre Songs, welche ein Echo der Texte, die sich um aktuelle Probleme drehen, wirken. So singt sie von Umweltzerstörung, dem Schicksal der Flüchtlinge, dem gesellschaftlichen Stand der Frauen sowie der Notwendigkeit, voll und ganz in der Gegenward zu leben. Auf Daba wird Oum von Yacir Rami (Oud), Damian Nueva (Bass), Camille Passeri (Trompete), Carlos Mejias (Saxophon und Sound Design) und Amar Chaoui (Percussion) begleitet.

Oum ist im weltoffenen Marrakesch gross geworden. Dort sammelte sie erste musikalische Erfahrungen in einem Gospelchor, der von einem Afroamerikaner jamaikanischer Herkunft geleitet wurde. Sie sang jamaikanische Lieder und traditionelle amerikanische Gospelsongs.

Kampf gegen Klischees

Fünf Jahre lang studierte sie Architektur, machte aber die Abschlussprüfungen nicht. Nicht, weil sie Angst davor hatte, sondern zu diesem Zeitpunkt ihr Entschluss feststand: Sie wollte professionelle Musikerin werden. Die Fragen «Schön, dass du singst, aber was ist eigentlich dein richtiger Beruf?» ihrer Bekannten und Freunde mochte sie nicht mehr hören. Oum wollte allen laut verkünden: «Ich bin Sängerin und das ist mein Beruf!»

Oum gibt sich kämpferisch. Den Klischees, die marokkanische Frauen auf einen Schleier, Araber auf Gotteskämpfer reduzieren, muss sie unbedingt etwas entgegensetzen: «Die Realität verbirgt sich oft hinter einem Schleier, hinter einer Hautfarbe oder einer Religion. Es ist wichtig, jeder Person die Chance zu geben, sich selbst zu definieren. Es ist einfach, mit dem Finger auf Leute zu zeigen und sie als Islamisten oder arabische Terroristen zu bezeichnen. Da muss ich auf jeden Fall einschreiten.»

Die Marokkaner sind stolz auf Oum. Viele Generationen können sich mit mir identifizieren. Ganze Familien kommen zu ihren Konzerten. «Die verschleierte Mama singt auswendig meine erotischen Lieder zusammen mit ihrem 13-jährigen Sohn, der ein grosser Fan von mir ist», erklärt sie. Ihre Musik macht keinen Halt vor Kulturzugehörigkeit, Alter oder Konfession.

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